Ja, was ist denn hier los???

20.10.2014 Bericht über das Spiel gegen Bayern München :-)

Der Artikel - jetzt auch hier auf der Veilchen-Power e.V. Internetseite zum Lesen. (Quelle: http://courtreview.de)

Ja, was ist denn hier los oder so ein Tag…

BG Göttingen

Was für ein Tag in München für die Veilchen und ihre Anhänger! Trotz Bahnstreik rechtzeitig am Ort des Geschehens, vor dem Spiel bei herrlichem Wetter noch eine Mass im Biergarten am Westpark nehmen und dann ab in den Dome zu einer erwarteten Niederlage. Trotzdem ist die Stimmung unter den etwa 20 Mitgereisten unter dem Hallendach gut. Marc Franz (ex starting5) ist zur Unterstützung aus Ulm angereist, der war in Crailsheim auch schon dabei…


Alex Ruoff is back!

Die erste Überraschung schon bei der Bekanntgabe der Göttinger Starter: Alex Ruoff ist nach seiner Verletzung von Beginn an dabei und entlastet El-Amin spürbar im Aufbau. Auch sein erster Dreier zappelt gleich in der Reuse… Ob Großmeister Pesic den auch gescoutet hat?
Bei Bayern ist von Beginn an Gavel bei seinem ersten Heimspiel sehr präsent, einige Anspiele auf groß werden erfolgreich abgeschlossen, das Heimteam anfangs leicht in Führung, doch die Veilchen lassen sich nicht abschütteln. Ende erstes Viertel 20:17… wenigstens abschlachten werden sie uns heute nicht, oder?
Im zweiten Viertel legen die Jungs in lila in der Verteidigung noch einen Zahn zu, versperren wo immer es geht die Passwege der Roten und lassen den Ball im Angriff gut laufen, kommen so zu guten Abschlüssen – sowohl “inside” als auch aus der Distanz – begünstigt allerdings durch wenig intensive Verteidigung der Bayern, waren die Helden wirklich müde?

Barcelona liegt ja nicht in Süd-Osteuropa. Das ist ein sehr bequemer Trip und belastet die Bayern überhaupt nicht.
(Headcoach Johan Roijakkers vor der Partie im Göttinger Tageblatt)

Wir reiben uns die Augen: kurz vor Ende des zweiten Viertels spritzt Godbold in einen fahrlässigen Pass von Schaffartzik über die Zone und schließt per Dreier mit dem Buzzer ab… was ist denn hier los??

Aufholjagd Fehlanzeige…

Natürlich rechnete zu Beginn der zweiten Halbzeit alles mit einem Sturmlauf der Bayern, doch sie wirken seltsam gelähmt und teilweise einfallslos. Anspiele unter den Korb gelingen kaum noch und falls doch, hängen Kamp, Morgan und Co. wie Kletten an Bryant, Stimac oder Idbihi. Da passt es, dass auch freie Würfe von außen nicht fallen. Erstaunlich dagegen: die Mehrzahl der Rebounds landet bei den Veilchen: elf offensive Bretter der Bayern gegen 26 defensive der Veilchen sprechen eine deutliche Sprache. Ebenso deutlich der Score am Ende des dritten Viertels: 59 zu 67
Aufholjagd der Bayern? Auch im vierten Viertel immer noch Fehlanzeige! Näher als sieben Punkte kommen sie nicht mehr heran, der Rückstand pendelt sich auf “double digits” ein. Der Versuch des Hallensprechers die Zuschauer mit einer “Braveheart-Ansprache” ins Spiel zu bringen (…”steht auf, wie kann es sein, dass die Helden von Barcelona hier von einem Abstiegskandidaten abgewatscht werden?”), fruchtet wenig, selbst die Schlüsselszenen und Hustle-Plays enden meist zugunsten der Veilchen: die Last-Minute-Verpflichtung Acha Njei haut Gavel einen Dreier mit Ablauf der Uhr dermassen ins Gesicht… El-Amin klaut dem in die Zone eindringenden Djedovic (noch einer der besseren Roten!) den Ball einfach aus der Hand… Schaffartzik stealt den Ball in der eigenen Zone und verweigert den freien Korbleger… nichts gelingt den Bayern mehr! Irgendwie kann man es auch an der fast lethargischen Reaktion von Pesic ablesen, der kaum noch versucht, wie sonst oft gesehen, auf Team und Schiris einzuwirken. Spätestens als er sich anderthalb Minuten vor Schluss auf die Bank setzt, ist klar: der (Leber)käse ist gegessen, Göttingen besiegt mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung (sechs Spieler punkten zweistellig) den deutschen Meister deutlich mit 95 zu 81, ein Sieg für das Punktekonto und das Selbstbewusstsein, aber…

“Ich bin sehr stolz auf meine Jungs. Das war ein großartiges Spiel. Doch es war auch nur ein Sieg, der nur zwei Punkte bringt, mehr nicht. Wir spielen auch weiterhin gegen den Abstieg.”
(Headcoach Johan Roijakkers nach der Partie)

Eine lustige, aber symbolische Szene nach dem Abpfiff: Pesic, Mutapcic und Wagner gehen zum Gratulieren auf den einsamen Roijakkers zu, mehr Personal im Zwirn haben die Veilchen nicht… da muss Teambetreuer Kai Winkler in die Bresche springen und Hände schütteln!

Fazit

Für die BG Göttingen gibt es Spiele, die es gewinnen muss, wie das gegen Crailsheim, Spiele, die man gewinnen sollte, wie das gegen Trier, und solche, wie das gestern. Erst einmal ist nichts passiert, außer dass die Heimniederlage vom letzten Wochenende wettgemacht wurde, dies allerdings eindrucksvoll! Schon am nächsten Samstag geht es gegen den zweiten großen Gewinner dieses Spieltags, die Telekom Baskets, da sollte man nachlegen! Dann folgen auswärts Ludwigsburg (wie isses Marc Franz… komm doch wieder vorbei! :) ) und in der Folge mit Bremerhaven, Braunschweig, MBC und Tübingen Mannschaften, gegen die man punkten kann – und auch sollte! Das Team hat quasi die Saisonvorbereitung jetzt erst abgeschlossen und nimmt deutliche Konturen an: El-Amin ist die Lebensversicherung, er darf nicht ausfallen, Kamp ist in der Liga angekommen, vier Spiele nacheinander auf gutem Niveau, das war erhofft worden. Morgan darf ruhig noch ein wenig zulegen, wird er aber auch, bei ihm läuft es von Spiel zu Spiel (ein wenig) besser. Boykin spielt solide, ein guter Verteidiger wird er sicher nicht mehr, dieses Manko macht er aber mit enormem Einsatz beim Rebound wett. Ruoff hatte einen starken Einstand… Bestätigung erwünscht! Godbold ist Godbold, er wird immer mal wieder Gold wert sein und ansonsten solide spielen. Spohr hat auch noch Entwicklungsmöglichkeiten, gestern war er immerhin effektiver als vier Spieler des Gegners: Jagla, Micic, Stimac und Bryant… das kann man nicht wirklich schlecht nennen!
Einen kleinen Lichtblick gab es gestern für Kulawick, der weniger Fehler gemacht hat als in den Spielen zuvor, besonders besser verteidigt und deshalb auch mehr Spielzeit gesehen hat. Von Acha Njei konnte man kaum erwarten, dass er eine solch tragende Rolle spielen kann, seine Berufung in die Starting Five gestern war daher konsequent.

Manchmal soll der November ja trübe sein und Depressionen fördern, bei den Veilchen könnte das auch andersrum kommen.:

Auch die daheim gebliebenen Veilchen-Anhänger feiern

Wer’s immer noch nicht glauben kann, bitte sehr: Hier geht’s zur Zusammenfassung der Partie in Bild und Ton.